Passion for Timber

17.01.2020

Exkursion zum Vorbild: Japanische Delegation besuchte Standort Lauterbach

Abgeordnete des japanischen Oberhauses und ein Vertreter des japanischen Generalkonsulats in Frankfurt informierten sich kürzlich im Vorzeigewerk der österreichischen Pfeifer Group über die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Holzindustrie und Forst. Bei der Firmenpräsentation und Werksbesichtigung zeigten sich die Gäste beeindruckt von den nachhaltigen Geschäftsbeziehungen und der 100-prozentigen Verwertung des Rohstoffs Holz.

Gernot Hormeß, Geschäftsführer der Pfeifer Holz Lauterbach GmbH, Werksleiter Andreas Schmid, Einkaufsleiter Rüdiger Kornhoff und Gregor Triltsch, Verkaufsleiter der Sparte Schnittholz, boten den Besuchern aus Fernost umfassende Einblicke in die Werkstoffversorgung und das Produktportfolio des Unternehmens. Im Zuge ihrer Europareise begutachteten die Gäste die Erfolgsmodelle der führenden Holzindustrie-Nationen Deutschland und Österreich, um Erfahrungen und Know-how für den heimischen Markt zu bündeln.

Im Fokus des Interesses stand die Kooperation zwischen Forst und holzverarbeitenden Betrieben, die sich in Japan aufgrund mangelnder Nachfrage und Fachpersonal ausbaufähig präsentiert. Delegationsleiter Toshio Yamada (Liberaldemokratische Partei), weitere Politiker verschiedener Oberhaus-Parteien und Takanori Arai, Konsul für Wirtschaft und Finanzen in Frankfurt, lobten besonders die partnerschaftliche Beziehung zwischen Pfeifer und der regionalen Forstwirtschaft, die dank Mehrjahresverträgen Sicherheit für beide Seiten gewährleistet. Auch die ausschließliche Verwendung von Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern im nahen Umkreis um die Sägewerksstandorte fand großen Zuspruch.

„Holzindustrie und Forst schaffen in Deutschland mehr Arbeitsplätze als die Autoindustrie“, verdeutlichte Gernot Hormeß den Stellenwert der beteiligten Branchen.

Großes Interesse herrschte an der geschlossenen Wertschöpfungskette und den daraus resultierenden Wettbewerbsvorteilen.

Der Rundgang führte die hohen Qualitätsstandards im gesamten Prozess der Holzverarbeitung vor Augen.

Die japanische Delegation zeigte sich beeindruckt von den partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Pfeifer und dem Forst.

Holzbau in Japan auf dem Vormarsch

Beeindruckt von der hohen Holzbauquote in der DACH-Region, verwies die japanische Delegation auf das steigende Interesse an Brettsperrholz (CLT) und Brettschichtholz in ihrer Heimat. Der Holzbau blickt in Japan auf eine lange Tradition zurück, zudem wurden nach dem 2. Weltkrieg große Waldflächen aufgeforstet, die aktuell großes Potenzial für die Bewirtschaftung eröffnen. Zur Sprache kam auch die boomende Nachfrage nach Nadelschnittholz im Jahr 2018. Sowohl die Hauptmärkte USA und China wie auch die übrigen Topimportländer zeigten hohe Aufnahmebereitschaft, das Exportvolumen der zwölf größten Produzentenländer betrug fast 126 Mio. m³. Das prognostizierte starke Wachstum in Asien bzw. der gesamten Asien-Pazifik-Region bedeute große Chancen für die Bauzulieferindustrie, auch für die Pfeifer Group rücken diese Weltmärkte – inklusive Japan – vermehrt in den Fokus, bekräftigten die Firmenvertreter im Rahmen des Rundgangs.

Effizienzsteigerung und Verkehrsentlastung bilden wichtige Schwerpunkte bei der Standortentwicklung in Lauterbach.

Effizienz und Ökologie als Standort-Schwerpunkte

Am 2009 errichteten Standort Lauterbach produziert die Pfeifer Group mit Stammsitz in Imst / Österreich Schnittholz, Palettenklötze, Holzpellets und Öko-Strom, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Eine Hochleistungs-Sägelinie mit einer Verarbeitungsmenge von bis zu 40 Stämmen pro Minute verdeutlicht die Dimensionen der Leistungsfähigkeit des Werkes in Lauterbach.

Der geplante Gleisanschluss (Nutzungsstart Mitte 2021) bringt nicht nur eine deutliche Verkehrsentlastung, auch Vertrieb und Logistik profitieren vom flexiblen An- und Abtransport auf Schiene. Ein neues Kraftwerk soll noch heuer in Betrieb gehen und ganzjährig Wärme für die Schnittholztrocknung liefern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ausbeuteoptimierung: Um das Rundholz maximal zu verarbeiten, auch bei Schadholz und dementsprechend geringerer Qualität, investiert Pfeifer in hochmoderne Technologien wie Computertomografie für den Rundholzeinschnitt und Scanner für die Schnittholzsortierung.

Die Mitglieder des japanischen Oberhauses
erhielten Einblicke in Produktion und Technik. 

Gregor Triltsch, Gernot Hormeß und Andreas Schmid begleiteten die Abgeordneten Masayuki Tokushige, Shoji Namba, Masayoshi Hamada, Toshio Yamada und Ryosuke Takeda (v.li.n.re.) über das Firmengelände. 

Die Pfeifer Group

... zählt zu den wettbewerbsstärksten Unternehmen der europäischen Holzindustrie mit rund 2.000 Mitarbeitern an 8 Standorten in Österreich, Deutschland und Tschechien. 3,8 Mio. Festmeter Holz werden in den vollintegrierten Sägewerken der Gruppe zu Schnittholz und Hobelware, Betonschalungsplatten, Schalungsträgern, CLT, Brettschichtholz, verleimten Massivholzplatten sowie Palettenklötzen, Briketts, Pellets und Biostrom verarbeitet. Exportiert wird in 90 Länder weltweit. 

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