Manche Innovationen verbessern einzelne Prozesse. Andere verändern ganze Branchen. Der Pressspan-Palettenklotz von EUROBLOCK gehört zur zweiten Kategorie. 2026 feiert der Logistikbaustein sein 50-jähriges Bestehen.
Die Geschichte begann Mitte der 1970er-Jahre im bayerischen Unterbernbach. Dort entwickelte Anton Heggenstaller, damals Betreiber eines Sägewerks mit angeschlossener Palettenproduktion, eine Lösung für zwei Probleme zugleich: knappes Palettenkantholz und große Mengen an Sägerestholz. „Aus bislang wenig wertvollen Spänen entstand ein hochwertiges Vorprodukt für die Palettenherstellung“, blickt EUROBLOCK-Geschäftsführer Leonhard Scherer auf die Geburtsstunde des Pressspanklotzes zurück.
Homogen, robust und auf Herz und Nieren geprüft: Jeder Pressspanklotz von EUROBLOCK erfüllt höchste Ansprüche.
1976 begann die Fertigung mit vier Pressen. Heute betreibt EUROBLOCK mehr als 40 deutlich leistungsstärkere Anlagen und ist damit europäischer Marktführer bei Pressspan-Palettenklötzen. Produziert wird längst nicht mehr nur in Unterbernbach. 1992 kam der Standort Uelzen dazu. Und als die Pfeifer Group Heggenstaller 2005 übernahm, erhielt EUROBLOCK neuen Schub für die Industrialisierung. Das gestärkte finanzielle Fundament ermöglichte nicht nur den weiteren Ausbau in Unterbernbach, sondern 2009 auch den Bau einer dritten Produktion in Lauterbach. „Dieser vollintegrierte Standort beherbergt vermutlich die modernste Klotzfabrik der Welt“, erklärt Scherer. Gemeinsam mit dem Standort Ermelo/NL, den EUROBLOCK-Gesellschafter Presswood betreibt, verfügt das Unternehmen heute über vier Produktionsstätten.
EUROBLOCK dient als wichtiger Zulieferer der europäischen Paletten- und Verpackungsindustrie.
Mit der zunehmenden Verbreitung der Europalette und der Standardisierung der Palettenformate stieg auch die Nachfrage nach Pressspanklötzen deutlich an. Die Absatzmengen wuchsen von rund 590.000 m³ im Jahr 1998 auf 1,475 Mio. m³ im Jahr 2017 (jeweils inklusive Verpackungsholz) um nahezu das Dreifache. Den bisherigen Spitzenwert markierte das Jahr 2022, in dem EUROBLOCK mehr als 1 Mio. m³ Palettenklötze vertrieb.
Mit hochwertigen Palettenklötzen und Verpackungsholz bietet Euroblock nachhaltige Lösungen für die europäische Palettenindustrie.
Zu den wichtigsten Märkten von Euroblock zählt heute Italien. Bereits Mitte der 1980er-Jahre übernahm dort die Familie Giuseppe Gatta aus Salò die Marktbearbeitung. „In Italien und auch anderen Ländern war es für neue EPAL-Hersteller einfacher, die begehrte EPAL-Zulassung zu erhalten“, erkennt Euroblock-Vertriebsleiter Markus Kreutmayr Parallelen zwischen dem Tauschpool und Euroblock. Weiteres Wachstumspotenzial sehen Scherer und Kreutmayr in Südosteuropa und Spanien, wo Pressspanklötze bislang weniger verbreitet sind.
Der entscheidende technische Vorteil liegt in der Homogenität. Pressspanklötze sind formstabil, wasserfest verleimt und weisen definierte Dichte- und Nagelauszugswerte auf. Jeder einzelne Klotz wird in der Produktion geprüft. Für automatisierte Palettenlinien bedeutet das reproduzierbare Abmessungen und konstante Verarbeitungseigenschaften — ein wesentlicher Faktor für die breite Akzeptanz in der EPAL-Welt. „Der Klotz hält bei jeder Belastung. Eher bricht ein Palettenbrett“, sagt Leonhard Scherer. Seit Anfang der 2000er-Jahre hat auch Chep als größter geschlossener Palettenpool EUROBLOCK Pressspanklötze zugelassen und setzt diese vor allem in Europa in großem Umfang in seinem langlebigen Miet- und Kreislaufsystem ein.
Die moderne Klotzfabrik in Lauterbach (Deutschland).
50 Jahre Palettenklotz sind auch die Geschichte eines kontinuierlichen Reifeprozesses. Eigenschaften und Wirtschaftlichkeit wurden laufend verbessert. Von runden bis eckigen Formen, mit oder ohne Fase, von 75 mal 75 mal 75 mm bis zu Sonderdimensionen, mit oder ohne mittiges Loch: Im Laufe der Zeit gab es kaum eine Variante, die nicht umgesetzt wurde.
Heute gilt der Pressspan-Klotz längst als ausgereiftes Industrieprodukt. Dennoch steigen die Anforderungen weiter: Mehrweg- und Reparatursysteme gewinnen an Bedeutung, die EU-Verpackungsverordnung PPWR erhöht den Fokus auf Wiederverwendung und Recycling, und Rohstoffe wie frische Späne werden knapper und wertvoller. Euroblock begegnet den Herausforderungen mit konsequenter Qualitätskontrolle, einer angepassten Rohstoffstrategie samt Altholzrecycling und weiteren Produktionsoptimierungen. Mit dem klaren Ziel, auch die nächsten 50 Jahre die Logistikwelt zu bewegen.