Neuer Konzernbereich

Supply Chain Management: Die gesamte Wertschöpfungskette im Blick

Globale Märkte werden komplexer, Lieferketten volatiler und Anforderungen an Unternehmen steigen kontinuierlich. Um diesen Entwicklungen zu begegnen, hat die Pfeifer Group ihre Konzernorganisation neu ausgerichtet und mit 1. März 2026 den Bereich Supply Chain Management (SCM) eingeführt.

Unter der Leitung von Christof Bader vereint das neue SCM nunmehr die Bereiche Logistik Konzern, Technischer Einkauf Konzern sowie das Auftragszentrum Konzern inklusive Auftragszentrum Finnland. Organisatorisch liegt der Bereich in der Verantwortung von CFO Günther Binder. Ziel ist es, Prozesse enger zu verzahnen, Ressourcen effizienter einzusetzen und noch schneller auf Marktveränderungen und Kundenanforderungen zu reagieren.

„Die letzten Jahre in unserer Branche waren stark von Wettbewerbs- und Kostendruck geprägt. Gleichzeitig müssen wir uns laufend fragen, wie wir besser werden können – im Sinne von höherer Kundenzufriedenheit, mehr Effizienz und mehr Resilienz“,

erklärt Christof Bader. Ein weiterer Treiber sei die Integration von Pölkky gewesen: „Dadurch wurde noch deutlicher, dass wir stärker als Gruppe denken müssen, um Synergien optimal zu nutzen.“

Mission Transparenz und Synergie

Die strategische Stoßrichtung des neuen Bereichs bringt Bader auf einen klaren Nenner: „Mission Transparenz und Synergie.“ Gemeint ist damit eine durchgängige Transparenz entlang der gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette von der Beschaffung über die Verarbeitung bis hin zur Auslieferung. Auf Basis transparenter und verlässlicher Daten können Ressourcen optimal geplant und eingesetzt werden. Gleichzeitig sollen standardisierte und schlanke Prozesse Durchlaufzeiten verkürzen und Lagerbestände reduzieren. „Letztlich führt das zu einer gesteigerten Kundenzufriedenheit und stärkt unsere Wettbewerbsposition“, so Bader.

Spürbarer Nutzen für Kunden

Für Pfeifer-Kunden soll sich das neue Supply Chain Management vor allem in drei Bereichen bemerkbar machen: mehr Reaktionsgeschwindigkeit, höhere Transparenz und verlässlichere Liefertermine.

„Wir wollen noch besser auf die Wünsche unserer Kunden eingehen können“, sagt Bader. Gerade in einem internationalen Marktumfeld mit steigender Dynamik wird dieser Faktor immer wichtiger.

Mehr Resilienz in volatilen Märkten

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie anfällig globale Lieferketten sein können. Lieferengpässe, volatile Rohstoffmärkte und geopolitische Entwicklungen stellen Unternehmen laufend vor neue Herausforderungen. Ein zentraler Hebel für mehr Stabilität ist laut Bader die Planung. „Insbesondere eine strategisch rollierende Sales-&-Operations-Planung schafft ein neues Level an Klarheit und unterstützt proaktive Entscheidungen.“

Dabei werden Pläne laufend überprüft und gemeinsam zwischen Vertrieb, Produktion, Beschaffung und Logistik abgestimmt. So kann die Pfeifer Group schneller auf Veränderungen reagieren und Materialströme flexibel anpassen.

Zusammenarbeit über Standorte hinweg

Ein weiterer Vorteil der neuen Struktur ist die standortübergreifende Steuerung. Effizientere Informationsflüsse und weniger Schnittstellen verkürzen Entscheidungswege und ermöglichen eine gezielte Nutzung vorhandener Kompetenzen innerhalb der Gruppe.

Ein Beispiel: Die Steuerung von Exporttrailern für Finnland erfolgt künftig bewusst aus der Zentrale im Imst, um vorhandene Expertise optimal zu nutzen. Auch im Auftragszentrum wird gruppenweit gedacht. „Künftig kann eine Produktgruppe oder Vertriebsregion, die bisher aus Zentraleuropa versorgt wird, aus Finnland bedient werden – und umgekehrt“, erklärt Bader. Das schafft Flexibilität und ermöglicht eine wirtschaftlich optimale Verteilung von Aufträgen innerhalb der gesamten Gruppe.

Christof Bader

Head of Group Supply Chain Management

„Nachhaltiges Supply Chain Management ist ein Teamsport und verbindet alle Abteilungen eines Unternehmens.“

Digitalisierung folgt dem Prozess

Digitale Tools und verlässliche Daten bilden die Basis für diese Transformation. „Wenn wir von Transparenz und faktenbasierten Entscheidungen sprechen, kommen wir immer zum Begriff ‚Single Point of Truth‘“, sagt Bader, und meint damit einen allgemeingültigen, korrekten Datenbestand. Ziel ist es, jederzeit auf aktuelle und konsistente Daten zugreifen zu können – möglichst ohne Systembrüche. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist der SAP-Go-live in Finnland Mitte des Jahres. Zusätzlich wird mit Transporeon eine Plattform zur Steuerung der Frächter eingeführt. Dabei gilt für Bader ein klares Prinzip: „Digitalization follows Process“, also die Digitalisierung soll Prozesse unterstützen, nicht umgekehrt.

Effizienz und Nachhaltigkeit zusammendenken

Auch Nachhaltigkeit, Kostenkontrolle und Qualität sollen im neuen SCM noch stärker gemeinsam betrachtet werden. Ein optimal geplanter Kundenauftrag reduziert unnötige Transporte zwischen Werken, minimiert kurzfristige Zusatzfahrten und sorgt für eine pünktliche Lieferung. Das spart Kosten, reduziert Emissionen und erhöht gleichzeitig die Kundenzufriedenheit. „Ein leistungsfähiges Auftragszentrum mit schlanken, standardisierten Prozessen sowie umfassender Kapazitäts- und Kostentransparenz ist dafür ein zentraler Baustein“, betont Bader.

Ausblick

Mit dem neuen Supply Chain Management stellt die Pfeifer Group die Weichen für eine noch engere Verzahnung ihrer zentralen Prozesse. Auch wenn erste Ergebnisse – dargestellt an Kennzahlen wie Planungsgüte, Bestände und Ressourceneffizienz – bereits zügig realisiert werden, bedarf die vollständige Transformation zu einer leistungsstarken End-to-End-SCM-Organisation eines längeren Zeitraums. Schritt für Schritt entsteht so eine zukunftsfähige Ausrichtung der Pfeifer Group, die das Unternehmen nachhaltig stärkt und für die Anforderungen internationaler Märkte noch robuster aufstellt.

Zur Person

Christof Bader verfügt über mehr als 25 Jahre internationale Führungserfahrung in Logistik, Supply Chain Management und Unternehmensentwicklung, davon über 15 Jahre in oberster Managementverantwortung. Seine Expertise liegt im Aufbau, in der Restrukturierung und in der Transformation von Organisationen. Seit Juni 2024 leitet er die Konzernlogistik der Pfeifer Group, seit März 2026 den neu geschaffenen Bereich Supply Chain Management. Christof Bader ist verheiratet, Vater von vier Kindern und lebt in Schwaz in Tirol.