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18.07.2022

Pfeifer feiert 30 Jahre Standort Uelzen

Das holzverarbeitende Unternehmen begeht das Jubiläum seines Nordlichts mit einem großen Mitarbeiterfest und einem 50 Mio. Euro schweren Investitionspaket. Diese Summe fließt bis 2024 in den Ausbau und die langfristige Absicherung des Standorts. Die Bauarbeiten für eine Altholz-Recyclinganlage auf dem erweiterten Betriebsareal haben bereits begonnen.

Die Produktionsanlagen am Hafen der Hansestadt Uelzen bilden den nördlichsten Standort der österreichischen Pfeifer Gruppe. Nicht nur das macht das Werk innerhalb des Unternehmens besonders: Es eignet sich als einziges für die Anlieferung per Schiff, es ist die größte „Klotzfabrik“ der Gruppe und bekommt als erstes eine Altholz-Recyclinganlage. „Uelzen ist eine der starken Unternehmenssäulen in Deutschland. Wir sind stolz auf die Entwicklung und investieren weiterhin kräftig in den Ausbau. Der Verpackungs- und Klotzbereich wird in Zukunft weiter wachsen“, sagt Michael Pfeifer, CEO der Pfeifer Group.

Michael Pfeifer

CEO Pfeifer Group

„Unser Branche denkt traditionell in Generationen. Viele Mitglieder sind familiengeführte Betriebe, die langfristig agieren. In Zeiten wie diesen bestimmt ein Vorteil.“

Ein Glücksfall und ein strategischer Coup

Der Grundstein für das Werk wurde 1991 gelegt. Auf dem Areal am Elbseitekanal entstanden eine Säge und eine Klotzfabrik. Für die Forstbetriebe der Lüneburger Heide war die Ansiedlung der Holzfabrik Heggenstaller ein Glücksfall. Damit konnten die Waldbauern nun auch weniger gute Holzqualitäten gewinnbringend vermarkten. Die 100%ige Verwertung des Schnittholzes, die schon damals die Firmen-Philosophie der Anton Heggenstaller AG war, entspricht bis heute den Leitlinien von Pfeifer.

Aufgrund fehlender Nachfolge verkaufte Heggenstaller, Erfinder des Pressspanklotzes und wichtiger Impulsgeber der Palettenindustrie, sein Unternehmen an die DZ Bank. Als diese sich 2004/2005 von allen Standorten trennte, nutzte das aufstrebende Familienunternehmen Pfeifer die Chance zur Expansion: Pfeifer übernahm im Oktober 2004 das Schalungsplatten-Werk in Trhanov und im Februar 2005 die Standorte in Unterbernbach und Uelzen. Ein großer Schritt, der damals eine Umsatzverdoppelung von EUR 250 Millionen auf EUR 500 Millionen bedeutete. „Für uns war besonders der Verpackungsbereich interessant“, erläutert Michael Pfeifer die strategische Motivation hinter dem Coup.

Unter dem Dach des Traditionsunternehmens begannen für den Standort Uelzen und die MitarbeiterInnen die erfolgreichsten Jahre. Hohe Investitionen und kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglichten immer neue Rekordleistungen im Säge- und Klotzwerk. Auch das Biomassekraftwerk erzeugt stabil seit 2008 an der Maximalgrenze Strom und Wärme.

Als Arbeitgeber steht Pfeifer für Beständigkeit: Von den 60 Männern und Frauen der Anfangszeit sind heute noch 11 am Standort tätig. Insgesamt beschäftigt Pfeifer in Uelzen derzeit 196 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Holzprodukte schützen Klima

Vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Schocks, aber auch angesichts des Klimawandels, gewinnen Aspekte wie Versorgungssicherheit und geschlossene Wertschöpfungsketten in der Holzindustrie enorm an Bedeutung. Mit seinen hochwertigen Holzprodukten stellt Pfeifer seit Jahrzehnten eine attraktive Alternative zu klimaschädlichen Packmitteln, Bau- und Brennstoffen bereit. „Dem CO₂-neutralen Werkstoff Holz gehört die Zukunft. Wir brauchen in Europa viel mehr nachhaltig bewirtschaftete Waldflächen und eine noch effektivere Kaskadennutzung, um die wertvolle Ressource Holz möglichst lange stofflich zu verwenden“, erklärt Michael Pfeifer. Einen wichtigen Schritt auf diesem Weg setzt das Unternehmen aktuell mit dem Bau einer Altholz-Recyclinganlage in Uelzen. Damit kann Pfeifer künftig neben dem frischen Span aus dem eigenen Sägewerk auf eine diversifizierte Rohstoffbasis zurückgreifen und dem „Klimaretter Holz“ noch mehr Durchschlagskraft verleihen. 

Aktuelle Projekte in Uelzen

Für die neue Recyclinganlage wurde eine knapp 22.000 m² große Fläche in der Nachbarschaft des bestehenden Werks adaptiert. Ab 2023 sollen hier vor allem ausrangierte Holzpaletten und beschichtetes Holz von alten Möbeln überwiegend aus Deutschland zu Altholzspänen aufbereitet werden, die in Form von Presspanklötzen für Holzpaletten in den Kreislauf zurückkehren. Damit einher geht eine Modernisierung und Kapazitätserweiterung in der Palettenklotz-Produktion von aktuell 280.000 auf 350.000 m³ pro Jahr. Des Weiteren wird das aus dem Gründungsjahr 1992 stammende Sägewerk samt Rundholzplatz grundlegend erneuert und die Einschnittkapazität von 500.000 auf rund 800.000 Festmeter erhöht. „Mit diesen Investitionsschritten wird das Werk in Uelzen langfristig abgesichert bzw. an neue Anforderungen und Markttendenzen angepasst“, erläutert Pfeifer. Die zusätzlichen Mengen an Verpackungsschnittholz und Pressspan-Palettenklötzen unterstützen das Wachstum der Verpackungssparte bei Pfeifer, welche unter dem Namen Euroblock firmiert. 

Zur Pfeifer Group

Die Pfeifer Group zählt zu den traditionsreichsten und wettbewerbsstärksten Unternehmen der europäischen Holzindustrie mit 2.100 MitarbeiterInnen an derzeit acht Standorten in Österreich, Deutschland und Tschechien. Der Firmensitz des familiengeführten Konzerns befindet sich in Imst (Tirol/Österreich). Rund 4 Mio. Festmeter Holz werden jährlich in den vollintegrierten Sägewerken der Gruppe eingeschnitten und entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu Schnittholz und Hobelware, Betonschalungsplatten, Schalungsträgern, Brettsperrholz (CLT), Brettschichtholz, verleimten Massivholzplatten sowie Palettenklötzen, Briketts, Pellets und Biostrom verarbeitet. Exportiert wird in 90 Länder weltweit, rund 90 % des Umsatzes macht Pfeifer jedoch in den europäischen Kernmärkten. Im Jahr 2021 wurde ein Umsatz von 1,056 Milliarden Euro erwirtschaftet. 

30 Jahre Sägen, Spanen und Pressen

Chronologie des Uelzener Standorts

  • 1992 Produktionsstart von Sägewerk und Klotzfabrik (115.000 Festmeter Einschnitt bzw. 40.000 m³ Paletten-Klötze im ersten Betriebsjahr)
  • 1996 Bau des Rundholzplatzes und einer Hauptware Stapelanlage
  • 2003 Inbetriebnahme einer weiteren Hauptware Stapelanlage
  • 2005 Ersatzinvestition in der Säge, Austausch der Rundholzaufgabe einschließlich Vorschnitt
  • 2005 Übernahme der Anton Heggenstaller AG durch die Pfeifer Gruppe und Bau des ersten Bandtrockners
  • 2007 Grundsteinlegung für das Biomasseheizkraftwerk
  • 2011 Umbau der Beleimung im Klotzwerk
  • 2014 Erweiterung des Sägewerkes durch eine Seitenware Aufbereitung
  • 2016 Aufbau der Schnittholztrocknung mit einer Kapazität von 35.000 m³ Nassvolumen, in diesem Zuge Aufstellung einer mobilen Zelthalle
  • 2018 Zweite Ausbaustufe der Schnittholztrocknung, Kapazitätserhöhung auf 90.000 m³ Nassvolumen durch die Errichtung eines Contraflow Kanaltrockners. Einbau einer Umstapelanlage in die vorhandene Zelthalle und Errichtung einer zweiten mobilen Zelthalle zur Lagerung von Trockenholz
  • 2020 Neuer Rekordeinschnitt der Säge im 4-Schichtbetrieb (550.140 Festmeter) und Rekordleistung im Klotzwerk (270.094 m³ Paletten-Klötze)
  • 2021 Erweiterung des Betriebsgeländes um 21.500 m² für die Errichtung einer Altholzrecycling-Anlage zur Erzeugung von Altholzspan für die Palettenklotz-Herstellung

Zahlen & Fakten zur Pfeifer Holz Uelzen GmbH

  • Produktfelder: Palettenklötze, Verpackungsholz, Schnittholz, Öko-Strom
  • Geschäftsführer: Ewald Franzoi, Gernot Hormeß
  • Werksleiter: Tobias Keller
  • MitarbeiterInnen: 196

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