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07.12.2017

Heizkostenvergleich der TU Wien: Erneuerbare Energie kostengünstiger als fossile Energieträger

Die TU Wien bestätigt in neuester Studie: Heizsystemen mit erneuerbaren Energieträgern wie Pellets gehört die Zukunft. Effizienz, Wirtschaftlichkeit und „Enkelsicherheit“ sind im Langjahresschnitt nicht zu schlagen.

Mit einem neuen, umfassenden Heizkostenvergleich hat die Technische Universität Wien eine realistische Basis für die jährlich geführte Diskussion rund um die Heizkosten geschaffen. Wichtigste Ergebnisse: Erneuerbare Energieträger wie Pellets sind bei nahezu allen untersuchten Gebäudetypen unter den Top 3 in Sachen Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Und: Die langjährige Schwankungsbreite der Heizkosten ist bei Pelletheizungen deutlich niedriger als bei Heizöl und Erdgas.

Die Mitte November 2017 veröffentlichte Studie der TU Wien bildet ein realistisches Gegengewicht zum jährlich veröffentlichten Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur. Sie widerspricht den darin veröffentlichen Berechnungen, wonach fossile Heizsysteme Kostenvorteile hätten. Laut Heizkostenvergleich der TU Wien ist erneuerbare Energie im Langjahresschnitt und in Anbetracht aller Faktoren und Risiken ganz klar kostengünstiger als fossile Energieträger.

Die wichtigsten Ergebnisse

Die Schlussfolgerungen der TU Wien-Studie für Konsumenten: Erneuerbare Heizsysteme können in allen untersuchten Kategorien von Referenzgebäuden wettbewerbsfähige Lösungen darstellen.

  • Im unsanierten Einfamilienhaus liegen biogene Energieträger vorne,
  • im Neubau weisen Luftwärmepumpen die günstigsten Heizkosten auf.
  • In Mehrfamilienhäusern sind Hackschnitzel und Pellets sowohl im unsanierten Bestand als auch im sanierten Bestand die günstigsten Heizungsformen.

In allen Fällen ist das Risiko, signifikant höhere Heizkosten tragen zu müssen, bei fossilen Heizsystemen deutlich höher. Fossile Energieträger weisen auch kaum Kostenvorteile gegenüber erneuerbaren Energieträgern auf. Das Risiko einer Kostensteigerung ist bei Heizsystemen auf Basis fossiler Energie allerdings deutlich höher als bei erneuerbaren.

Bei den Investitions- und Wartungskosten geht die Studie der TU nicht von unrealistischen Normen aus, sondern von Kosten, die der Praxis entsprechen. Schließlich wurden die Vollkosten, das heißt die Investitionskosten, Betriebskosten und Brennstoffkosten über den gesamten Zeitraum von 2017 bis 2030 zusammengerechnet.

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Jahrzehnte vorausblicken

Die vorliegende Studie der Energy Economics Group der TU Wien unterscheidet sich in einigen Punkten von konventionellen Heizkostenvergleichen. Diese gehen in der Regel von momentanen Energiekosten aus und berechnen die Heizkosten unter der Annahme, dass sich diese über die nächsten 20 Jahre nicht verändern werden. Dieser Zugang ist jedoch nicht realistisch. Deshalb ist die TU Wien im Sinne eines fairen Vergleiches von veränderlichen Energiepreisen ausgegangen, wobei die von der Europäischen Kommission empfohlenen Energiepreisszenarien zum Einsatz kommen. Darüber hinaus wurde der Einfluss weiterer Faktoren, welche die Heizkosten beeinflussen, untersucht. Das ist wichtig, weil die Risiken für Kostensteigerungen bei den verschiedenen Heizsystemen sehr unterschiedlich sind. Unter anderem wurden zwei Risiken näher betrachtet:

  • Schwankungsbreiten und mögliche Preisentwicklung der Energieträger und
  • die Risiken, die sich für einen Investor potenziell daraus ergeben, dass sich Österreich zu den Klimazielen von Paris bekennt, also Mitte des Jahrhunderts aus der Verbrennung fossiler Energieträger aussteigen muss.

Ergebnis: Die Schwankungsbreite der Heizkosten bei Pelletheizungen ist deutlich niedriger als bei Heizöl und Erdgas. Sowohl die historische Schwankungsbreite der Pelletpreise als auch die aktuellen Marktpreise unterliegen geringeren Schwankungen. Auch die Unsicherheit bei der Effizienz ist niedriger. Von einer höheren Energiebesteuerung wären Pellets als CO2-neutraler Energieträger nicht betroffen.

„Enkelfitte“ Heizsysteme

„Es braucht einen lösungsorientierten und zeitgemäßen Ansatz, Heizkostenvergleiche zu erstellen, die enkelfit sind. Die Studie der TU Wien ist genau so ein Ansatz.“, lobt DI Dr. Christian Rakos, Geschäftsführer von proPellets Austria. Er spart jedoch auch nicht mit Kritik am Heizkostenvergleich der Österr. Energieagentur: „Ein Blick auf die Herausforderungen der Zukunft und die zentralen Ziele der heimischen Energiepolitik sollten das wichtigste Anliegen der Energieagentur darstellen. Wofür ist sie denn zuständig, wenn nicht dafür, Impulse für eine zukunftstaugliche Energieversorgung in Österreich zu setzen?“

Links:
Studie der TU Wien zum Heizkostenvergleich
Übersicht Heizkosten und Heizsysteme in Österreich

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